Was ist EMDR?

EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) wurde ab 1987 von der amerikanischen Psychologin Francine Shapiro entwickelt. Sie entdeckte die Wirksamkeit von schnellen Augenbewegungen auf belastende Gedanken. Mit aktiver Unterstützung des Forschers und Verhaltenstherapeuten J. Wolpe entwickelte sich bald ein gut untersuchtes und im Vorgehen standardisiertes Therapieverfahren.

Ursprünglich für die Behandlung von Menschen mit schweren psychischen Traumata konzipiert, weitet sich heute das Anwendungsgebiet zunehmend in weitere klinische Bereiche aus (z.B. Bewältigung von chronischen Schmerzen oder Angststörungen).

Kurz zusammengefasst besteht EMDR darin, dass Traumaerinnerungen durch sog. bilaterale Stimulationen aktiviert und durch eine fortlaufende Stimulation und die unterstützende therapeutische Begleitung integriert werden. Diese wechselseitigen Stimulationen können über Augenbewegungen, links- rechts dargebotene Töne (die von mir bevorzugte Methode), oder links-rechts dargebotene taktile Reize durchgeführt werden.


Anwendungsgebiete von EMDR

Das hauptsächliche Anwendungsgebiet von EMDR ist die Verarbeitung von psychischen Traumafolgestörungen. Beispiele sind:

EMDR kann auch in den folgenden Anwendungsgebieten gut eingesetzt werden:

Vertiefende Informationen zu EMDR finden Sie auf der Homepage des "Psychotherapeutischen Instituts im Park" (Links-Seite unter EMDR).

Klopftherapie (PEP) nach Michael Bohne

In den letzten Jahren haben sich weitere Verfahren entwickelt, die nach ähnlichen Prinzipien arbeiten wie das EMDR. Diese werden gerne - inklusive EMDR - als Bifokal-multisensorische Interventionstechniken zusammengefasst. Ihnen allen ist gemeinsam, dass während der therapeutischen Intervention einerseits auf das "Problem" fokussiert wird (Emotionen wie Ängste, traumatische Erinnerungen, dysfunktionale Gedanken), andererseits je nach Methode spezifische Körperreize gesetzt werden.

Diese Verfahren sind bei den gleichen Problemen indiziert wie das EMDR: Traumata, Ängste, depressive Zustände usw.

Eine dieser therapeutischen Methoden, mit der ich sehr gerne arbeite, ist die Klopftherapie "Prozess- und Embodimentfokussierte Psychologie" (PEP) nach Michael Bohne. Michael Bohne hat im Verlaufe der Entwicklung von PEP diese Art der Klopftherapie von dem ursprünglichen Hintergrund der "Energetischen Psychologie" emanzipiert und auf ein neues Fundament eines Wirk- und Behandlungsmodells gestellt. Mit dem Modell der "bifokalen Brille" hat er PEP mit gezielten Interventionsmöglichkeiten auf emotionaler, beziehungs­mässiger, systemischer und kognitiver Ebene erweitert. Bekannt sind hier die Selbst­akzeptanz­übungen, der Kognitions-Kongruenz-Test und das Selbstwert­training, welche elegante Möglich­keiten der Selbst­beziehungs­regulation und der Stress­regulation darstellen. Ein therapeutisch wichtiger Vorteil des PEP ist, dass die Klopf­therapie und die Selbst­akzeptanzübungen auch ausserhalb der Therapie­sitzungen selbst­ständig durchge­führt werden können (z. B. vor öffentlichen Auftritten oder bei Schlaf­störungen).

Literatur